Schonvermögen

Schonvermögen in der Sozialhilfe
Der Vermögensfreibetrag von Leistungsbeziehern der Sozialhilfe steigt ab dem 1. April 2017 von 2.600 auf 5.000 Euro. Davon profitieren Menschen mit Behinderung, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können. Der erhöhte Freibetrag gilt auch für Menschen, die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung benötigen, ebenso wie für die Ehe- und Lebenspartner sowie für alleinstehende Minderjährige.

Aktuelles

Herzlich willkommen auf meiner neuen Webseite.

Viele neue Informationen und interessante Möglichkeiten für Sie, wurden hinzugefügt. Schreiben Sie mir gerne Ihre Email mit Ihrer Meinung, ich bin gespannt auf Ihr Urteil.

Ihr Burkhard Wolter

 

 

 

 

Bild: Joseph Altheimer (1860-1913) [Public domain], via Wikimedia Commons

Kinderweisheiten

Mittwochnachmittag in einem Hospiz in einer deutschen Großstadt:

Wir besuchen die 83-jährige, sehr kranke Großtante im Hospiz. Ein schöner, freundlicher Ort, der im ersten Augenblick gar nicht an Tod und Sterben erinnert. Die Großtante sitzt – ein gewohnter Anblick – im Sessel und trinkt einen Tee.

„Warum trinkst du aus einer Schnabeltasse für Babys?“, fragt mein 6-jähriger Sohn. „Damit ich nicht kleckere“, sagt die Großtante. „Kleckert man wie ein Baby, wenn man alt ist?“ Ein Lächeln huscht über das Gesicht der Großtante: „Ja, ein wenig ist es schon so. Wenn man alt ist, wird man manchmal wieder hilflos. Bis man nicht mehr da ist.“ Mein Sohn denkt angestrengt nach und fragt schließlich: „Wann bist du denn nicht mehr da?“ „Ich hoffe morgen früh!“

Auf dem Heimweg herrscht einige Zeit Schweigen, wir erledigen noch ein paar Einkäufe. Kurz vor dem Abendbrot kommt sie dann, die Frage: „Mama, du bist doch auch schon alt, stimmt´s?“ Ich packe gerade die Lebensmittel in den Kühlschrank. „Und bist du dann morgen auch nicht mehr da?“ Ich hole erst mal Luft und antworte dann: „Ich hoffe nicht, denn so alt wie die Großtante bin ich ja noch gar nicht.“ Mein Sohn denkt nach: „Und wenn du dann noch älter bist und dann morgen nicht mehr da bist, soll ich dir dann auch vorher die Schnabeltasse mit deinem Lieblingstee bringen? Zu dem Sessel, in dem du dann sitzt?“

„Ja, das wäre schön!“ Mein Sohn nickt und wir decken gemeinsam, friedlich und ganz ohne schwere Gedanken den Abendbrottisch, denn das Wesentliche haben wir ja geklärt.

Bild: © Eramus A. Baumeister

Trauerhilfe heute - ganz natürlich oder lukrativ?

Diplom-Psychologen sind es, Sozial- und Heilpädagogen auch - und auch allerlei Lebenskünstler: professionelle Trauerhelfer, die ihre Dienstleistung zu einem Stundenhonorar feinfühlig und emphatisch zur Verfügung stellen.

Der Trauernde muss nur einen gängigen Internetzugang haben und ihm erschließt sich ein schier unendliches Angebot. Da ist sicher für jeden "Trauergeschmack" etwas dabei. Seminare über Seminare kann man hier bei professionellen Trauerhelfern belegen, meist mit Titeln wie: Der Weg durch die Trauer, oder ähnlich. Diverse Verlage bieten Literatur zu wirklich jedem denkbaren Fall und jeder denkbaren Situation an: Wie trauern Kinder, wie trauere ich um mein Kind, auf einmal Witwe, der Trauerweg, zurück in das Leben, und . So individuell der potenzielle Leser, so individuell das Literaturangebot. Ähnliches bietet der Reisemarkt an. Große Reiseveranstalter, die einem sonst eher "14 Tage all-inklusive" mit viel Sonne anbieten, halten eben auch für den Fall des nicht so fröhlichen Anlasses Angebote bereit, die "Reise ins Leben" oder "Wendepunkte" betiteln Trauerreisen, oft in Begleitung eben der professionellen Trauerhelfer. Trauernde können also ganz anonym und ohne ein Wort zu sprechen ein ganzes Paket an individueller Unterstützung kaufen. Das ist gut für diejenigen, die nicht sprechen möchten, die nicht wissen, mit wem sie sprechen sollen, die in ihrer Nähe keine Empathie und keine menschliche Zuwendung erfahren.

Für alle aber steht der Bestatter Ihnen als Trauerhelfer schlechthin vom ersten Moment an zur Verfügung. Wer, wenn nicht dieser, hat sich dem Thema Tod und Trauer verschrieben? Wer, wenn nicht dieser hat den größten Erfahrungsschatz mit ganz unterschiedlichen Menschen und deren Trauer? Wer, wenn nicht dieser, kann dem Trauernden mit großer Empathie zur Seite stehen? Und von wem, wenn nicht vom Bestatter, kann man sich Rat zur weiteren Bewältigung der Trauer einholen, wer kennt die hilfreichste Literatur, wer seriöse, professionelle Trauerhelfer? Und das alles ganz im Vertrauen, ganz persönlich und ganz natürlich!

BW

 

 

Bild: © Eramus A. Baumeister

WWW – oder der digitale Nachlass

Leider erben wir nicht immer interessante, schöne oder wertvolle Dinge – nein, nicht immer geht es um schnelle Autos, teure Immobilien und viel Geld. Auch lästige Hinterlassenschaften sind an der Tagesordnung ‒ und eben auch solche, mit denen man sich gar nicht auskennt. Unsere Web-Identität gehört wohl dazu. Jeder, der Onlinebanking betreibt, bei einem der vielen Onlinehändler einkauft, E-Mails verschickt, an Onlinepreisausschreiben teilnimmt, online die Tageszeitung bezieht oder je etwas gegoogelt hat, ist Teil des WWW – auf ewig!?

 

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland sind im Internet unterwegs, Tendenz täglich steigend. Die Silver-Surfer, Best-Ager oder die 50+-Generation ist der boomende Markt, auch im Netz. Altersgerechte Social-Media-Seiten, Senioren-Onlineshops und nicht zuletzt die Onlinebestattung schießen wie Unkraut aus dem Boden – und werden genutzt. Aber was tun, wenn die reale Identität endet? Nach mir die Sintflut? Augen zu und durch? Oder sollte man vorsorglich jemanden beauftragen, bei Facebook die Erinnerungsseite zu aktivieren – die Pinnwand wird dann zum Kondolenzbuch … wie praktisch. Dank der allgemeinen unternehmerischen Geschäftstüchtigkeit kann man sich mittlerweile als Hinterbliebener professionell helfen lassen. Anbieter wie columba  bieten Erben Hilfe bei der Sichtung und Erledigung des ungewöhnlichen Erbes an.

 

Zu Lebzeiten könnten wir es unseren Erben aber ‒ wenn wir wollen ‒ noch leicht machen: mit dem guten alten handschriftlichen Testament zum Anfassen auf echtem Papier. So hinterlegt, sind Zugangsdaten, Passwörter und Co. gezielt verfügbar und so könnte auch unsere Web-Identität ein Stück weit endlich sein!

BGH Urteil: Banken dürfen nicht pauschal Erbschein verlangen.

München, 19.11.2013 – Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe stärkt die Rechte der Erben gegenüber den Banken: Einem aktuellen Urteil zufolge ist eine AGB-Klausel unwirksam, wonach die Bank beim Tod eines Kunden generell einen Erbschein verlangen darf, bevor sie den Erben Zugriff auf die Konten gewährt. Das Deutsche Forum für Erbrecht erläutert und kommentiert die Entscheidung und gibt Tipps, wie Streit mit der Bank im Erbfall von vornherein vermieden werden kann.

In der Entscheidung vom 08.10.2013 (Az. XI ZR 401/12) ging es um eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Sparkasse, die es in das Ermessen der Bank stellt, ob sie nach dem Tod des Kunden die „Vorlage eines Erbscheins, eines Testamentsvollstreckerzeugnisses oder ähnlicher gerichtlicher Zeugnisse“ von den Erben verlangt. Dagegen klagte ein Verbraucherschutzverband mit der Begründung, die Klausel benachteilige Verbraucher unangemessen.

Diese Ansicht hat der Bundesgerichtshof jetzt bestätigt und die AGB-Klausel damit gekippt. Nach den gesetzlichen Vorschriften, so die Begründung der Richter, sei ein Erbe nicht dazu verpflichtet, sein Erbrecht durch einen Erbschein nachzuweisen. Er könne diesen Nachweis auch in anderer Form führen. Es existiere keine Regelung, die eine Bank dazu berechtige, ihre Leistung grundsätzlich von der Vorlage eines Erbscheins abhängig zu machen

Die AGB-Klausel der Sparkasse, die von diesen gesetzlichen Vorschriften abweiche, sei mit deren Grundgedanken nicht vereinbar und benachteilige den Verbraucher unangemessen. Zwar habe eine Sparkasse nach dem Tod eines Kunden durchaus ein berechtigtes Interesse daran, der Gefahr einer doppelten Inanspruchnahme durch den vermeintlichen und den echten Erben zu entgehen. Allerdings folge daraus noch nicht, dass die Sparkasse einschränkungslos die Vorlage eines Erbscheins verlangen könne. Denn hier gingen die Interessen des Erben vor. Diesem sei regelmäßig nicht daran gelegen, ein unnützes, Kosten verursachendes und zu einer Verzögerung der Nachlassregulierung führendes

Erbscheinsverfahren anstrengen zu müssen, obwohl er sein Erbrecht unproblematisch auch ohne Vorlage eines Erbscheins nachweisen könne. Das Verlangen der Bank nach einem Erbschein könne zwar in Zweifelsfällen, aber nicht pauschal gerechtfertigt sein.

„Das Deutsche Forum für Erbrecht begrüßt dieses Urteil“, kommentiert Paul Grötsch, Geschäftsführer des Vereins und Fachanwalt für Erbrecht in München, die Entscheidung. „AGB wie die gekippte Klausel der Sparkasse können den Erben viel Ärger bereiten: Sie müssen sie das zeitaufwändige Erbscheinsverfahren abwarten, bevor sie Zugriff auf die Erblasserkonten haben – notwendige Kosten wie die Beerdigung oder die Räumung der Mietswohnung des Verstorbenen sind dann zunächst aus eigener Tasche zu bezahlen“, erläutert der Erbrechtsexperte. „Zudem ist es nicht gerechtfertigt, dass der Erbe die Kosten für einen eigentlich unnötigen Erbschein bezahlen muss, nur weil die Bank sich quer stellt.“

Trotz der Entscheidung des BGH zu den Sparkassen sind Streitigkeiten zwischen Erben und Banken über die Erbscheinvorlage künftig jedoch nicht ausgeschlossen. „In Fällen, in denen sich das Erbrecht aus Sicht der Bank nicht zweifelsfrei ohne Erbschein nachweisen lässt, wird sie auch in Zukunft und auch ohne entsprechende AGB einen Erbschein verlangen“, erklärt Fachanwalt Grötsch. Sein Tipp: „Wenn der Erbe ohnehin eine enge Vertrauensperson ist, zum Beispiel der Ehepartner oder ein erwachsenes Kind, kann der Erblasser ihm noch zu Lebzeiten eine Bankvollmacht erteilen, die über den Tod hinaus wirkt.“ Damit hat der Erbe gleich nach dem Todesfall Zugriff auf die Konten und kann notwendige Bankgeschäfte abwickeln, ein etwaiger Streit um den Erbschein ist von vornherein hinfällig. Aber Vorsicht: Viele Banken akzeptieren weder privatschriftliche noch notarielle allgemeine Vorsorgevollmachten. Wichtig ist deshalb, dass der Erblasser die Vollmacht eine spezifische Bankenvollmacht nach den Vorgaben seines jeweiligen Kreditinstituts erteilt.